Monthly Archives: September 2014

Podiumsdiskussion anlässlich des 20. Todesjahres von Eberhart Tennstedt

Am 5. Mai 1994 wurde der wohnungslose 43-jährige Eberhart Tennstedt in Quedlinburg an der Stumpfsburger Brücke von drei rechten jungen Männern in die Bode getrieben und ertrank. Sie wollten ihre Stadt “pennerfrei machen”. 20 Jahre später ist über ihn als Person kaum etwas bekannt und auch ein öffentliches Gedenken vor Ort findet nicht statt. Dies wollen die Veranstalter_innen, der Dachverein Reichenstraße e.V. und die Mobile Beratung für Opfer rechter Gewalt, ändern und erste Ideen gemeinsam weiterentwickeln.

“Leben in der Wohnungslosigkeit” – Podiumsdiskussion anlässlich des 20. Todesjahres von Eberhart Tennstedt

Datum: 24.09.2014
Zeit: 19:00 Uhr
Ort: Dachverein Reichenstraße e.V., Reichenstraße 1, 06484 Quedlinburg

Berechtigte Kritik an dem DRK-Einsatz beim Rechtsrockkonzert in Nienhagen als „skandalös“ bezeichnet

Heute meldet sich ein Martin Wassermann in der Volksstimme zu Wort. Der Umstand, dass dessen Vater mal DRK-Leiter in Halberstadt war scheint ihn offensichtlich dafür zu qualifizieren, öffentlich die berechtige Kritik an dem DRK-Einsatz beim Rechtsrockkonzert in Nienhagen am 28.06.2014 unter anderem als „skandalös“ zu bezeichnen.
Dabei ist das Mitwirken des DRK-Kreisverbands Quedlinburg-Halberstadt an dem Neonazikonzert der wirkliche Skandal. Würden sich Sanitäter generell weigern, für die medizinische Notfallbetreuung vor Ort zu sein, könnte das Konzert nicht stattfinden, weil so die Auflagen nicht erfüllt sein würden.
Das Rechtsrockkonzert hat neben der Stärkung von Neonazistrukturen auch den Effekt, dass Jugendliche Zugang zur rechten Szene bekommen. So wird neben der finanziellen Stärkung von rechten Strukturen auch Nachwuchs gewonnen. Wie die Unterstützung eines solchen Konzertes mit dem Neutralitätsgrundsatz des DRK zu vereinbaren ist, wissen wahrscheinlich nur Frank Hachmann und Martin Wassermann selber.
Offensichtlich ist man sich auf Seiten des Kreisverbands dann doch zumindest bewusst, dass der Sani-Einsatz bei der „Skinheadparty“ in Nienhagen nicht gut für das Image ist. Nur so ist zu erklären, dass die Sanitäter*innen um Frank Hachmann in diesem Jahr wieder beim Rechtsrockkonzert zur Stelle waren, obwohl die Kritik an diesem Einsatz schon nach dem Konzert im letzten Jahr geäußert wurde. Erst nachdem ein Vertreter des Bürgerbündnisses „Nienhagen Rechtsrockfrei“ das Problem öffentlich thematisiert, verspricht Hachmann, das Rechtsrockkonzert im nächsten Jahr nicht mit seinen Leuten zu unterstützen.

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Kreisverband des Deutschen Roten Kreuz unterstützte Neonazi-Konzert in Nienhagen

Der Kreisverband Quedlinburg-Halberstadt des Deutschen Roten Kreuz unterstützte das Neonazi-Konzert im Juni in Nienhagen.

Einsatzleiter Frank Hachmann argumentiert mit “Wenn wir es nicht machen, macht es ein anderer” und finanzieller Abhängigkeit. Der ehemalige Landrat Henning Rühe, Präsident des Kreissportbundes Harz und Vorsitzender des DRK-Kreisverbandes, verweist darauf, dass das Konzert genehmigt gewesen sei.
Es ist nicht hinnehmbar, dass offensichtlich ohne Skrupel die Unterstützung von Neonazikonzerten von Personen in solchen verantwortungsreichen Funktionen entpolitisiert und sogar gerechtfertigt wird. Dieses Beispiel zeigt deutlich, wie leicht es organisierte Neonazis in Sachsen-Anhalt haben.

Fernsehbeitrag zu den deutschen Waffenlieferungen nach Kurdistan

Interessanter Fernsehbeitrag zu den deutschen Waffenlieferungen in die autonome Region Kurdistan. Deutschland liefert Waffen an die Peschmerga im Nordirak, die konservativ bis vergleichsweise sozialdemokratisch eingestellt sind. Als Begründung wird das Voranschreiten der Dschihadistenarmee „Islamischer Staat“ und deren Gräueltaten an den Jesiden (religiöse Minderheit im Nordirak; autonome Region Kurdistan) genannt. Tatsächlich aber zogen sich die Peschmerga beim Angriff des „Islamischen Staat“ zurück und überließen tausende Jesiden unbewaffnet den religiösen Fanatikern, die daraufhin Folter und Massakern zum Opfer fielen.

Den forschrittlichsten Kräften in der Region, der YPG aus dem Gebiet Rojava (Westkurdistan bzw. nördliches Syrien), denen die Rettung der meisten Jesiden zu verdanken ist, werden aber natürlich keine deutschen Waffen geliefert. Schlimmer noch, die Mutterorganisation der YPG, die PKK (Arbeiterpartei Kurdistans), bleibt in Deutschland verboten, während IS-Anhänger offen ihre Unterstützung für diese fundamentalistisch-faschistische Organisation demonstrieren können.

Frontal21-Beitrag: http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2230470/Deutsche-Waffenlieferungen-an-die-Kurden?flash=off

Weitere Infos zu Rojava: http://tatortkurdistan.blogsport.de/2014/05/04/aufruf-rojava-die-verwirklichung-oder-der-beginn-der-syrischen-revolution/