Infoveranstaltung zu Schnellroda-Demo in Quedlinburg

Am vergangenen Samstag fand in der Reichenstraße in Quedlinburg ein Info- und Mobilisierungsvortrag für die Demonstration mit dem Motto „IfS dicht machen! – Neue Rechte alt aussehen lassen!“ am 17.02.2017 in Schnellroda statt. Organisiert hatte die Veranstaltung die Linksjugend Harz, knapp 20 Menschen nahmen daran teil. Dabei wurden die Anwesenden über die Hintergründe des „Institut für Staatspolitik“ (IfS) und dem damit verbundenen rechten Netzwerk informiert. Auf dem Rittergut Schnellroda wohnen nicht nur die Kubitscheks, dort ist neben dem IfS auch der „Verlag Antaios“ beheimatet. Mehrmals jährlich werden in dem kleinen Ort im Süden Sachsen-Anhalts Konferenzen mit bis zu 130 Teilnehmern veranstaltet, die vor allem der Vernetzung der sogenannten Neuen Rechten und der ideologischen Schulung dienen.
Am Wochenende vom 17. bis zum 19. Februar 2017 soll nun wieder die „Winterakademie“ des IfS in Schnellroda stattfinden. Damit das rechte Treiben auch dieses Mal nicht ungestört vonstattengehen kann, werden Antifaschist*innen am 17. Februar vor Ort sein und u.a. ab 16 Uhr mit einer Demonstration dagegen auf die Straße gehen.

Hier der Aufruf:

Vom 17. bis zum 19. Februar findet im Dorf Schnellroda die „17. Winterakademie“ des Instituts für Staatspolitik (IfS) statt. Die selbsternannten Staatspolitiker*innen und pseudo-intellektuellen Rechten wollen sich dieses Mal mit dem Thema „Gewalt“ auseinandersetzen. Was erst einmal grundsätzlich sinnvoll erscheint, ist für uns aber Grund genug für Protest gegen die dort zu erwartenden Menschenfeindlichkeit. Denn es ist zu erwarten, dass sich die anwesenden Vertreter*innen der „Neuen Rechten“ eben nicht mit ihren ohne Zweifel existierenden Gewaltproblemen auseinandersetzen werden: Die Kubitschek-Jugend unter dem Label der „Identitären“ wird sich nicht fragen, warum ihre Gruppe beispielsweise in Halle aus gewaltbereiten Neonazis besteht oder ob es klug oder sonderlich gewaltfrei ist, politische Gegner*innen zu bedrohen und zu bedrängen, wie sie es tun. Auch werden sich diejenigen, die in ihrem fanatischen Hass auf alles angeblich Fremde geschlossene Grenzen und Ausweisung der vermeintlich „Kulturfremden“ fordern, keine Gedanken über die Gewalt dahinter machen. Ähnlich sieht es bei denjenigen aus, die Feminismus sowieso, aber auch jede Form von Gleichstellung für eine „Kastration“ des Mannes und für krankhaftes Aufbegehren gegen „die Natur“ halten. Niemand wird sich die Frage stellen, wie gewalttätig strukturelle Diskriminierung ist.

Nein, die Menschen, die sich Mitte Februar in Schnellroda treffen, werden von all der Gewalt, die sie auf die Gesellschaft loslassen, nichts wissen wollen. Sie werden sie ignorieren und sich als Opfer präsentieren oder sie als notwendiges Übel zur Zurichtung der Welt begreifen. Sie werden sich selbst und ihrem Volk die Erlaubnis erteilen, zu diskriminieren, zu hetzen und letztendlich zu töten, um sich vor den Dämonen der Moderne zu verteidigen. Sie sehen den „weißen Mann“ und die ihm untergeordnete Frau bedroht von Geflüchteten, die Familie bedroht von versuchter Gleichberechtigung und die deutsche Nation bedroht von der fehlenden Möglichkeit nicht jedem menschenfeindlichen, ausgrenzenden und hasserfüllten Impuls sofort nachzugeben. Dass sich diese ideologischen und praktischen Gewalttäter der Neuen Rechten am Ende für friedlich halten, obwohl sie nur danach streben, den Volkszorn gegen alle Schwachen und an einer besseren Welt Interessierten, aufzuhetzen, ist am Ende nur Spott.

Für diesen Spott und ihre so lächerliche wie gefährliche „Akademie“ werden wir ihnen Schnellroda allerdings nicht überlassen! Wie wir nach der ersten und auch nach der zweiten Demo erklärt haben, kommen wir wieder – so lange bis der braune Mist das Dorf verlassen hat. Wir glauben, dass es kein ruhiges Hinterland geben darf, denn die Hetzer*innen haben keine Ruhe verdient und dieses Mal wollen wir ihnen das gemütliche Beisammensein vermiesen. Darin sind wir uns einig mit Antifaschist*innen in der Region und möchten auch Menschen von außerhalb motivieren, mit uns das IfS dicht zu machen und die Winterakademie nicht erfolgreich, sondern vor allem alt aussehen zu lassen! Kommt am 17. Februar nach Schnellroda und tretet ein für eine freie Gesellschaft – antifaschistisch, solidarisch und kämpferisch!

Weitere Informationen gibt es unter: http://kaltland.blogsport.eu/termine/ifs-dicht-machen-neue-rechte-alt-aussehen-lassen/